“Vom Nutzen der Schwermut”
Eine mögliche Erklärung wäre, dass die Depression doch irgendeinen geheimen Zweck erfüllt; in diesem Fall würden medizinische Eingriffe die Sache nur noch schlimmer machen. Ähnlich wie Fieber dazu dient, einen Infekt zu bekämpfen, könnte die Depression eine belastende, aber insgesamt hilfreiche Reaktion auf traumatische Belastungen sein. Vielleicht hatte Darwin recht: Wir leiden, sogar schrecklich, aber wenigstens nicht vergebens.
Die FAZ räsonniert über die Depression. Ich halte die Sichtweise für zu individualistisch, ich glaube nach wie vor, dass es sich bei der Depression um eine sziale Krankheit handelt, die auch evolutionär nur als kollektiv-gesellschaftliches Phänomen zu verstehen und zu erklären ist. Auchd ie ganzen Geniekult-Zitate schlagen in diese Kerbe und verfehlen damit m.E. das Ziel. Die Depression mag auch individuelle Vorteile bieten, ihre eigentliche Aufgabe ist aber nach meiner Ansicht eher, Kollektive dazu zu zwingen, ihre Handlungsweisen zu überdenken bzw. zu beeinflussen.
Religiöser Holz-Spam aus Österreich
Heute erreichte mich per Eilpost (!) aus Österreich ein Brief. Da die wenigen österreichischen Bekannten, die ich habe, eher per Mail Kontakt aufnehmen, wunderte mich das doch erheblich. Wollte mir der österreichische Geheimdienst etwas sagen (und gibt es sowas überhaupt)? Noch verwunderter war ich, als ich den Inhalt besah: Religiöse Erbauungsliteratur und Missionsschriften (natürlich christlich). Frau Mag. (Magister?) Eva Michalke-Gantioler scheint viel derartige “Literatur” zu versenden, insbesondere “kostenlose urchristliche Literatur”. Meine Hypothese: Die Frau hat einen religionskritischen Beitrag hier in den Seitenhieben gelesen und sich gedacht, eine Seele retten zu müssen. Hat irgendjemand sonst ähnliche Erfahrungen gemacht?
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Der Munchkin-Kultist
Hier handelt es sich um eine weitgehend sinnfreie Geschichte. Munchkin ist ja bekanntlich ein Spiel, das RPG-Mechaniken von dämlichem Rollenspiel und Plot befreit und in dem man sich als Powergamer wunderbar wohlfühlt. Nun: Wie das so ist, halte ich mich nicht an diese Auflagen. Also versuchte ich, das Unmögliche möglich zu machen: Einen realistischen Kultisten-Charakter zu bauen.
Zum Setting: Wir spielten ein schneller, episches Spiel.
Ein Ratgeber für alle Lebenslagen
Ich habe neulich mal wieder mein Exemplar dieses Buches rausgeholt:
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Zufällig berichtete am 4. März auch burks darüber. Koinzidenzen … Aktuell bin ich mal wieder bei Ensel & Krete angelangt, mit den mythenmetz’schen Abschweifungen und den kleinen Seitenhieben (Schillers Apfel wird zur Geruchs-Kakophonie aus 1001 Schubladen).
Günther Scheu gestorben
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Nicht mehr ganz taufrisch, aber ich komme erst jetzt dazu, etwas zu schreiben: Günther Scheu, ehemaliger Lehrer des Pirckheimer Gymnasiums in Biologie und Chemie, ist gestorben. Auch wenn ich mit beiden Fächern nie viel anfangen konnte, habe ich den Unterricht bei ihm gerne besucht.
Auf der Website findet man natürlich nichts, dafür aber den Hinweis, dass man gegen rechts ist.
Teaching Magic
Ich stolperte irgendwann einmal über einen recht guten Artikel zu dem Thema, wie man Leute an Magic heranführt. Leider sind mir der Link und die Kenntnis des Textes mittlerweile soweit abhanden gekommen, dass ich ihn nicht mehr finde. Ein Idee, die ich gut fand, habe ich aber behalten: Lehr-Decks, die einem helfen, neuen Spielern grundsätzliche Mechaniken zu vermitteln. Solche Decks fliegen hier schon länger rum (mono-rot und -blau), ich stelle die Decklisten nun hier mal online.
Google macht den Diktator!
Nur ein kurzer Einwurf zur Nacht: Sollte es Jacob Zuma Sorgen machen, dass er bei der Suche nach “Zuma” nicht auf der ersten Seite erscheint – nur halbseriöse Spiele-Angebote?
Masters of Horror
Die Serie Masters of Horror vereinigt in 2 Staffeln insgesamt 26 50minütige Folgen, inszeniert u.a. von John Carpenter. Ein absoluter Tipp! Meine bisherigen Favoriten der ersten Staffel (Vorsicht, Spoiler hinter den Links):
- #1 “Incident On and Off a Mountain Road“: Sadistisch, drastisch, überraschend. Besonders das Ende. Ein würdiger Auftakt.
- #2 “H. P. Lovecraft’s Dreams in the Witch-House“: Böse und zynisch mit einem sehr lovecraftesken Ende.
- #6 “Homecoming“: geniale Irakkriegs-Zombie-Satire. man achte auf den Regisseur-Friedhof gegen Ende (u.a. G.A. Romero …)
- #8 “Cigarette Burns“: Die Folge von Carpenter. Unbedingt ansehen – ein genuss für Cineasten.
- #10 “Sick Girl“: Lesbische Entomologin bringt den Horror über ihre Beziehung. Streckenweise lustig, streckenweise traurig. Mit obsessivem Ende. Happy End der ganz besonderen Art!
- #11: “Pick Me Up“: Die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Und der Beweis, dass die Straßen voller Psychopathen ist.
Mit einem Review der 2. Staffel melde ich mich dann zurück.
MUDs und Browsergames im Lovecraft-Universum
Vor einigen Tagen habe ich anlässlich der Semesterferien einmal wieder meine alten Lovecraft-Bücher rausgeholt (nein, nicht die Cthulhu-Regelwerke sondern die Prosa). Danach war ich etliche nächtliche Stunden in verschiedenen Wikis (von der Wikipedia über das Cthulhu-Wiki bis zum Lovecraft-Wiki) gefangen. Zu allem Überfluss entdeckte ich dann auch noch zwei recht lustige, in Sachen Hardware anspruchslose Spiele.
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Das erste ist ein Browsergame, von dem ich vorher nie etwas vernommen hatte: Cthulhu Nation. Man verdingt sich als Ermittler oder Wissenschaftler in einer 2D-Welt, die von Mythoswesen, Monstern, Quests und Items überläuft. Das Stamina-System zwingt einen außerdem dazu, nebenbei noch etwas anderes zu machen;). Die Welt ist liebevoll gestaltet, groß und weitläufig und sieht nicht so aus, als würde sie rasch langweilig. Nachteil: Man verläuft sich schnell, trotz des Tutorial-Abschnitts. Das Wiki hilft aber.Etwas zu entdecken gibt es immer, und wenn nicht, lockt immerhin noch Kommunikation mit anderen Spielern.
Noch kommunikatver geht es ironischerweise im “Hack & Slash”- Spiel (Selbstbezeichnung) Lost Souls zu. Lost Souls ist ein telnet-basiertes MUD. Unter Ubuntu kein Problem (einfach telnet als Befehl im Terminal eingeben), unter Windows – keine Ahnung. Da hilft Google aber sicher weiter. Das Spiel ist nach meinem ersten Eindruck nochmal komplexer, ein Wiki hilft hier aber ebenfalls weiter. Die freien Stunden meiner Semesterferien sind jedenfalls ab jetzt gefüllt.
Psychiatrie und Junkie-Bienen
Zwei interessante Artikel, die ich letzthin in der TP las: Im ersten geht es um die Zusammenstellung des nächsten DSM und die Aussagen, die sich dadurch für die heutigen und zukünftigen Krankheitsbilder unserer Gesellschaften ableiten lassen (könnten).
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